Archiv der Kategorie: Nordkap 2011

Reisebericht Norwegen vom 10.06. – 16.07.2011

Unsere Reiseroute ans Nordkap

2011 Nordkap

StepMap 2011 NordkapViel Spass beim lesen/fotoschauen wünschen Josef und Hanny

Fr, 10.06.11 / Immensee – Travemünde (1050 km)
Frühmorgens um 0.00 Uhr sind wir in Richtung Travemünde losgefahren. Da auf den deutschen Autobahnen wenig Verkehr und somit keine Staus waren, entschlossen wir uns in der Nacht durch zu fahren. Um 10.00 Uhr gönnten wir eine dreistündige Schlafpause und so erreichten wir Travemünde gegen 15.30 Uhr. Da das Einchecken auf die Fähre erst ab 20.30 Uhr erfolgte, blieb uns noch genügend Zeit um im Hafenshop noch einige Einkäufe zu tätigen und etwas zu Essen.

Sa, 11.06.11 / Travemünde – Helsinki (Fähre “Finnlines”, 29 Std.)
Die Verladeprozedur dauerte viel länger als wir annahmen, so dass wir erst gegen 02.30 Uhr unsere Kabine beziehen konnten. Der heutige Tag verbrachten wir mit Essen und Ausruhen. Wir machten die Bekanntschaft mit einem Paar aus Bielefeld, die wollen doch tatsächlich innert 3 Wochen mit dem Fahrad die rund 1600 km von Helsinki bis ans Nordkap fahren. Spätabends konnten wir noch einen wunderbaren Sonnenuntergang erleben.

So, 12.06.2011 / Helsinki – Oulu (610 km)
Heute war bereits um 6.30 Uhr Frühstück angesagt und wir konnten bereits um 9.00 Uhr die Fähre verlassen. Da wir raschmöglich nach Kirkenes kommen wollen, haben wir auf einen ausführlichen Stadtrundgang in Helsinki verzichtet und begnügten uns mit einer Womorundfahrt. Danach sind wir auf der E75 durch endlose Wälder mit vielen Seen bis nach Oulu auf den Campingplatz “Nallkari” gefahren. Es ist jetzt 23.50 Uhr und immer noch hell, so vergisst man die Zeit.

2011 Finnland
StepMap
2011 Finnland

 
Mo, 13.06.2011 / Oulu – Inari (633 km)
Wir sind erst am Nachmittag von Oulu in Richtung Rovaniemi abgefahren, nahmen dank GPS nicht die E75 sondern die Nebenstrassen 849-924-78 bis Rovaniemi. Auch diese Strassen (ohne Mittellinien) waren sehr gut und mit normaler Geschwindigkeit, im Normalfall 100 km/h zu befahren. Auch heute wieder kilometerweise kein Haus zu sehen, Siedlungen und Dörfer auf diesen 200 km vielleicht 20. Meistens sieht man nur die Briefkästen an der Strasse und die Häuser sind weiter in einer Waldlichtung gebaut. In dieser einsamen Gegend sind uns die ersten Rentiere auf der Strasse begegnet. Kurz nach Rovaniemi besuchten wir die Touristenattraktion “Santa Claus”, wo man auch gleichzeitig den Polarkreis überschreitet. Kurz vor Ivalo kamen die ersten Hügel zum Vorschein, bis dahin war alles so eben, dass man über den Baumwipfeln hinaus nur den Himmel sah. Unser nächstes Ziel war Inari um dort irgendwo am See zu übernachten. Ca. 20 km nach Inari sind wir in Richtung Kirkenes auf die 971 abgebogen und fanden ca. 40km weiter kurz vor Partakko unser Schlafplatz am Inari-See und genossen zum ersten mal die Mitternachtssonne.

Di, 14.06.2011 / Inarisee – Kirkenes (255 km)
Gegen zehn Uhr sind wir zu unserem nächsten Ziel losgefahren. In Sevettijärvi habe wir uns das kleine Freilichtmuseum über die Samen und deren Holzhäuser angeschaut. Nebenan ist die Kirche und der Friedhof im Wald. Kurz vor der Grenze zu Norwegen tankten wir ein letztes mal in Finnland zu 1.36 €/l. Kaum in Norwegen tauchten am Himmel auch schon die ersten Wolken auf. Die Landschaft änderte auch auf eher gebirgig mit Buschwald und die Strasse wurde kurvenreicher. Wir fuhren an Kirkenes vorbei um noch Grense Jakobselv unmittelbar an der russischen Grenze am der Barentsee zu besichtigen. Es ist eigentlich keine Ortschaft sondern ein geschichtsträchtiger Ort mit der “König Oscar II” Kapelle. Direkt am Meer sind einige Parkplätze, wo man auch übernachten kann. Wir fuhren die 60km zurück nach Kirkenes und stellten uns meerseitig unter der Kirche, resp. neben dem Ratshaus auf dem Gemeindeparkplatz hin.

Mi, 15.06.2011 / Kirkenes – Tana bru (150 km)
In Kirkenes machten wir eine Ortsbesichtigung und Shoppingtour, unter anderem fanden wir einen Telenor-Shop wo wir die norwegische Prepaidkarte für den Internetzugang erstanden. Die nette Verkäuferin (Sie verstand kein deutsch und ich kein englisch…) hat uns diese für uns angemeldet und nach ca. einer Stunde waren wir Online. Erst am Abend verliessen wir Kirkenes in Richtung Varangerfjord. Die orthodoxe Holzkapelle “St. Georg” in Neiden soll die einzige in dieser Art von Norwegen sein. Von da an begannn die Tundra, ähnlich unserer hochalpinen Landschaft, mit vielen kleinen Seen und nur noch vereinzelt Buschwald. In Tana bru vor der imposanten Hängebrücke fanden wir einen schönen Rastplatz wo wir gleich übernachteten. Die Fotos von diesem Rastplatz wurden in der Nacht um 02.30 Uhr gemacht, wegen bewölktem Wetter leider ohne Mitternachtssonne.

Do, 16.06.2011 / Tana bru – Gamvik “Slettnes fyr”(218 km)
Am frühen Nachmittag reisten wir weiter dem sehr lachsreichen Fluss Tana entlang auf der Rv98 an den Tanafjord. Von Vestertana an verschlechterte sich der Strassenzustand zusehends, die 20 km ab Ifjordfjellet (Hochebene) bis Ifjord ist eine Baustelle und gleicht einer Schotterpiste. In Ifjord bogen wir auf die 888 ab mit dem Ziel Gamvik in 120 km, dem nördlichstem zu befahrenen Festlandpunkt der Welt (Das Nordkap befindet sich auf einer Insel) . Diese Strasse befindet sich in ausgezeichnetem Zustand und ist wie eine Schnellstrasse zu befahren. Landschaftlich ist diese Route sehr abwechslungsreich, von saftigen wiesengrün, Buschwäldern, Seen, Schnee bis karge “Mondlandschaften” ist alles vorhanden. Das erste Dorf auf dieser Halbinsel Namens Nordkinn heisst Mehamn und ist auch Anlegestelle der Hurtigrutenschiffe. Wir fuhren aber 40 km weiter nach Gamvik und dann noch 4 km zum Leuchtturm “Slettnes fyr”. Hier übernachteten wir auch. Leider war es bewölkt, und somit nichts mit Mitternachtssonne. Temperatur tagsüber 10° nachts 5°C.

Fr, 17.06.2011 / Gamvik – Lakselv “Trollholmsund” (306 km)
Heute besuchten wir als erstes das Gamviker Museum 71°N das in einer ehemaligen Fischfabrik untergebracht ist. Am Nachmittag machten wir eine zweistündige Küstenwanderung um das Slettnes fyr. Gegen Abend haben wir uns auf die Rückfahrt nach Ifjord aufgemacht und siehe da, ab Mehamn wurde das Wetter immer besser, so dass wir den Rest des Tages bei schönstem Sonnenschein erleben durften. Ab Ifjord fuhren wir wieder auf die Rv98 Richtung Lakselv, dazwischen hatten wir noch den Silfar Canyon angeschaut, leider wurden die Fotos nichts. Die Fahrt am Porsangerfjord über Lakselv bis zum Übernachtungsplatz bei Trollholmsund war bei diesem Wetter einmalig. An diesem schönen Flecken genossen wir wieder einmal die Mitternachtssonne.

Sa, 18.06.2011 / Lakselv “Trollholmsund – Nordkap (187 km)
Am späten Nachmittag verliessen wir den schönen Platz um heute noch das Nordkap zu erreichen. Da wir sehr gerne Küstenstrassen fahren, bleibt uns, auch des prächtigen Wetters wegen, die heutige Fahrt auf der E 69 in eindrücklicher Erinnerung. Der gebührenpflichtige Nordkapptunnel (6.875 km) kostete pro Fahrt 192.- NOK (Fr. 30.-). In Honningsvag musste noch ein Bankomat gefunden werden und dann gings die letzten 30km zum Nordkapp. Bis 10 km vor dem Ziel freuten wir uns auf ein schönes Mitternachtsonneerlebnis. Aber als das Nordkap in unsere Sichtweite kam, mussten wir entsetzt feststellen, dass da ein Wolkenband einen dicken Strich durch unsere Rechnung machte. Bei der Zahlstelle diskutierten wir, ob wir die 470.- NOK (Total Fr. 74.- für 2 Pers.) Eintrittsgeld bezahlen sollen, oder 20 Kilometer zurück an den Rastplatz zu fahren und dort die Mitternachtssonne aus Distanz vom Rummel zu geniessen. Weil wir nun schon da waren, entschieden wir uns für den Eintritt. Wie viele Leute für dieses Ereignis ans Nordkap fahren erstaunte uns doch gewaltig, bis um 11.30 Uhr zählte ich über 30 grosse Busse und ca. 60 Wohnmobile auf dem Parkplatz. Wie befürchtet versteckte sich die Sonne grösstenteils hinter dem besagten Wolkenband und wir verzogen uns um 0.30 Uhr wieder ins Womo, draussen war es 4°C und sehr windig und Nebel kam auf.

2011 Finnmark+Tromsø

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2011 Finnmark+Tromsø


So, 19.06.2011 / Nordkap – Hammerfest (229 km)
Nach dem Morgenbrunch besuchten wir die Nordkapphalle, in der es viele Informationen, Schautafeln und ein Film zu sehen gab. Da am Nordkapp keine Wetterveränderung in Aussicht stand, beschlossen wir um halb fünf Uhr weiter nach Hammerfest zu fahren. Dass dieser Entscheid richtig war zeigte sich bereits nach 5 km als sich der Nebel in nichts auflöste und wir die Rückfahrt auf der E 69 bei herrlichem Sonnenschein geniessen konnten. In Honningsvag fuhren wir nochmals ins Städtchen und beobachteten dort ein riesiges Kreuzfahrtschiff das viele Gäste auspuckte und die geradewegs in die bereitstehenden Busse verfrachtet wurden um ans Nordkap gebracht zu werden. In Oldersfjord fuhren wir zunächst die E 6 dann ab Skaidi die Strasse 94 alles der Küste entlang nach Hammerfest. Auf dem Aussichtspunkt Salen oberhalb des Städtchens genossen wieder einmal mehr die Mitternachtssonne bis um 2 Uhr.

Mo, 20.06.2011 / Hammerfest – Alta (180 km)
War das ein Erwachen heute morgen um 10 Uhr, 20°C zeigte der Thermometer an. Wir genossen das herrliche Wetter von unserem “Hochsitz”, beobachteten das Treiben unten im Städtchen und im Hafen. Am späten Nachmittag machten wir uns auf um das 13 km entfernte Fischerdorf Forsol zu besichtigen, es liegt an einer Bucht nordöstlich von Hammerfest und man kann dort die Grundrisse sehr alten Samensiedlungen erkennen. Danach brachen wir zur Rückfahrt auf der Rv94 nach Skaidi auf, bogen dort auf die E6 Richtung Alta ab. Es folgte eine eher langweilige Strecke von ca. 60 km über Hochebene “Repparfjordfiellet” mit teils Schnee und Einöde, dann die letzten 30 km vor Alta das “Stokkedalen” mit Waldlandschaft. In Alta übernachteten wir auf dem Camping “Alta River Camping***” direkt am Fluss Altaelva.

Di, 21.06.2011 / Alta – Skibotn am Lyngen (305 km)
In der Nacht fing es an zu Regnen und der Blick am Morgen an den Himmel verhiess kein schöner Tag zu werden. Am Mittag verliessen wir den Camping und steuerten das Alta Museum an, wo unter anderem die Samenkultur veranschaulicht wird. Wegen des schlechten Wetters hatten wir keine Lust die 2000 Jahre alten Felsenzeichnungen anzuschauen. Trotz schlechten Wetters fuhren wir an der E6 dem Langfjorden entlang und dann weiter übers Kvaenangsfiellet (417m ü.M.) und dem Lyngen entlang bis Skibotn, wo wir auf dem Rastplatz beim Hafen übernachteten.

Mi, 22.06.2011 / Skibotn – Gryllefjord (406 km)
Während der Nacht regnete es teilweise sehr heftig, auch am Morgen war es noch bewölkt. Wir fuhren gegen Mittag weiter auf der E6 bis nach Nordkjosbotn, bogen da auf die E8 nach Tromsö ab. In Tromsdalen unmittelbar vor der Stadt Tromsø schauten wir uns die Eiskathedrale an. Tromsø liegt eigentlich auf einer Insel und ist über zwei grosse Brücken erreichbar. Wir nahmen die erste bei der Eiskathedrale und kurvten ein wenig in der Stadt herum. Das Verkehrsproblem haben sie hier mit einem ausgeklügeltem Tunnelsystem gelöst, in dem auch drei Kreisel und ein Parkhaus untergebracht sind. Wir verliessen die Stadt über die zweite Brücke beim Flughafen und nahmen dann die kleine Fähre Larseng-Vikran um auf die 858 zu gelangen, wechselte dann über Aursfjordbotn auf die 854. Kurz vor Moen überquerten wir auf der E6 den Fluss Malselva unt folgten der Strasse 855 bis Finnsnes, und gelangten dann über eine imposante Brücke auf die Insel Senja. Von da an folgten wir der Hauptroute 86 mitten durch die Bergwelt bis zum andere Ende an die Fähranlegestelle in Gryllefjord.

Do, 23.06.2011 / Gryllefjord – Andenes (7 km)
Um 11 Uhr haben wir mit der Fähre nach Andenes übergesetzt. Selbst bei vermeintlich ruhiger See war ich nach 1 3/4 Std. Fahrt froh das Ufer auf der Inselgruppe Vesteralen heil erreicht zu haben. So und nun warteten wir da auf dem Campingplatz auf schönes Wetter. Hier trafen wir auch den querschnittgelähmten “Ruedi” aus Klosters-Serneus, der schon seit sieben Wochen alleine mit seinem umgebauten Fahrrad und Zelt unterwegs ist. Er war bereits am Nordkap und bereits wieder auf dem Rückweg (also bereits rund 5’000km gefahren) und will in drei Wochen in Oslo ankommen. Unserer Meinung nach eine unglaubliche Meisterleistung, Gratulation. Von hier aus kann man auch die berühmten Walsafaris buchen, wir verzichteten auf eine erneute Schaukelfahrt. Beim Anblick übers Meer stellten wir plötzlich fest, dass das Auftauchen der Wale von blossem Auge sichtbar war. Mit dem Feldstecher wurde es dann endgültig klar dass es tatsächlich Wale waren und eine Menge Campingbesucher verfolgten das Ereignis, teils mit Spezialkameras mit Stativ bis spät in die taghelle “Nacht”. Leider konnten wir mit unserer normalen Kamera keine vernünftigen Fotos machen.

Fr, 24.06.2011 / Andenes – Bleik (14 km)
Das Wetter zeigte sich heute wieder von seiner besten Seite, so dass wir uns am Nachmittag Andenes anschauten und noch Einkäufe tätigten. Kurz vor fünf Uhr entschlossen wir uns doch noch eine Walsafari mit zu machen. Punkt 17.15 Uhr startete der Kutter bei ruhiger See bei besten Wetterverhältnissen. Wir fuhren nicht auf das offene Meer, sondern in den Andfjorden, weil das Forscherteam dort am Nachmittag zwei Potwale gesichtet hatte. Nach über einer Stunde “suchen” hatte die Crew die zwei Wale gesichtet und man sah sie von blossem Auge in der Ferne wie sie einige Male Atem holten und dann gleichzeitig wieder miteinander untertauchten. Da das nächste Auftauchen in ca. 20-30 Min. zu erwarten war, fuhr der Kapitän mit Hilfe des Echlot’s näher an die Wale heran. Somit waren wir beim nächsten Auftauchen sehr nahe dran, um wir konnten ein paar Fotos machen. Gem. Erklärungen der Führer seien zwei Potwalle miteinander sehr selten anzutreffen und darum ein besonderes Ereignis. Ganz in der Nähe wurde dann noch ein einzelner Potwal geortet, auch den konnten wir ganz nahe (ca. 20m) beobachten wie er ein paarmal Luft holte und dann wieder für ca. 30 Min. abtauchte. Somit war für die Veranstalter die Garantie mindestens einem Wal zu sehen erfüllt, und es wurde zur rund einer Stunde dauernden Rückfahrt aufgebrochen. Wenn man das Erlebnis an einem schönen Tag mit der Schifffahrt zusammenzählt, kann man für das knapp 4 Std. Ereignis die stolze Summe von 850.- NOK p.Person (Fr.135.-) vertreten. Wir fuhren dann noch ins Nachbardorf Bleik an der Fv976 und übernachteten dort bei den Klippen.

Sa, 25.06.2011 / Bleik – Stokmarknes (391 km)
Der heutige Tag war wieder bewölkt und wir fuhren auf dieser Insel (Andøya) die ganze Westküste runter und umrundeten den Südteil der Insel (ca. 6km von Aknes bis kurz vor Sandnes auf Naturstrasse). Dann ging es weiter auf die Insel Hinnøya der Rv82 über Forfjord nach Sortland, von da auf die Insel Langøya über Alsvag, Myre nach Stø an die Nordspitze dieser Insel. Von hier aus kann man auch Walsafaris unternehmen. Nach einem Rundgang nahmen wir die Fv935 zurück bis Holmstad bogen dort auf die Fv885 ab und fuhren bei Bitterstad auf der Brücke auf die nächste Insel (Hadseløya) nach Stokmarknes, folgten der Rv82 bis Melbu. Weil wir aber keinen schönen Stellplatz fanden fuhren wir auf der anderen Seite der Insel auf der Fv881 nach Stokmarknes zurück, wo wir beim Rastplatz an der grossen Brücke übernachteten.

S0, 26.06.2011 / Stokmarknes – Reine (203 km)
Da heute morgen immer noch nicht viel besser war beschlossen wir das Hurtigrutenmuseum in Stokmarknes zu besuchen. In diesem Ort ist die Hurtigrute gegründet worden, die erste Route am 2. Juli 1893 führte unter Kapitän Richard With von Trondheim bis Hammerfest. Am Museum ist das 1993 aus dem Verkehr gezogene Hurtigrutenschiff “Finnmark” angebaut und zu besichtigen. Gegen fünf Uhr setzten wir uns mit der Fähre von Melbu nach Fiskebøl auf die Lofoten über. Von da fuhren wir die rund 160 km auf der E10 bis ans Ende der Insel ins Dorf Å (der kürzeste Ortsnamen). Da der Parkplatz sehr gefüllt war fuhren wir ein paar Kilometer bis nach Reine zurück, wo wir noch einen schönen Abend geniessen durften.

2011 Lofoten + Vesterålen

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2011 Lofoten + Vesterålen


M0, 27.06.2011 / Reine – Hovsund (179 km)
An diesem wunderschönen Tag fuhren wir wieder norwärts und genossen das schöne blaue Meer, in Ramberg der weisse Sandstrand und in Flakstad schauten wir uns die 1780 erbaute Kirche an. Dann besichtigten wir das denkmalgeschützte Fischerdorf Nusfjord mit seiner grosse Rorbu-Anlage. Diese Fischerhütten werden im Sommer an Touristen vermietet und im Winter noch zum Teil von Fischern benützt wird. Danach fuhren wir an der Ostküste die Fv815 über Stamsund entlang bis zur E10, wo wir auf der Insel Gimsøy ganz am Nordende bei Hovsund einen Übernachtungsplatz fanden. An diesem Abend konnten wir wieder einmal eine herrliche Mitternachtssonne geniessen.

Di, 28.06.2011 / Hovsund – Klepstad (59 km)
In der Nacht fing es an zu regnen und es sollte den ganzen Tag so bleiben. Darum steuerten wir den Campingplatz Bobilcamp in Klepstad an und Hanny legte einen Waschtag ein und ich brachte die Webseite wieder auf den aktuellen Stand. Um die Mittagszeit traf der Hotelbus von Pilot-Reisen aus Weggis am Campingplatz ein, mit an Bord als Reisebegleiterin meine Vereinskollegin Anita. Am Nachmittag fuhren wir nach Svolvaer um das erste mal LPG nachzufüllen, eine tolle Sache mit dem neu eingebauten Gasaussenanschluss.

Mi, 29.06.2011 / Bobilcamp Klepstad (0 km)
Da das Wetter immer noch nicht zu bessern schien, beschlossen wir noch einen Ruhetag auf diesem Platz einzulegen. Die Temperatur sank am Nachmittag auf 12°C ab und wir mussten im Womo den Ofen einschalten.

Do, 30.06.2011 / Klepstad – Laukvik (89 km)
Heute wollte Hanny unbedingt fischen gehen, also mieteten wir 6PS-Motorboot und fuhren voller Erwartungen aufs Meer hinaus. Die Geschichte ist schnell erzählt, auch nach vier Stunden noch kein Fisch an der norwegischen Angelleine! Irgendetwas hatten wir wohl falsch gemacht, die „Anglerprofis“ auf dem Campingplatz gingen nämlich zu dieser Zeit nicht fischen. So kauften wir den Fisch also weiterhin im Laden. Gegen Abend verliessen wir Campingpatz und fuhren kurz auf der E10 nordwärts bogen dann nach Henningsvær dem „Venedig der Lofoten“ ab und schauten uns das das Fischerdorf kurz an. Wieder zurück auf die E10 über Kabelvag, Svolvær, dann auf die Nebenstrasse nach Laukvik an die Nordwestküste. Hier übernachteten wir beim Leuchtturm. Leider war die Mitternachtssonne nur sporadisch zwischen den Wolkenbändern zu sehen.

Fr, 01.07.2011 / Laukvik – Narvik (356 km)
Bei bewölktem Himmel fuhren wir gegen Mittag weiter, teils mit Naturstrasse, nach Fiskebøl. Dort wieder auf die E10 und bogen dann auf die Nebenstrasse nach Digermulen ab, sind nach Holand und dann noch ca. 5 km auf Naturstrasse bis Storfjord gefahren, wo die Strasse dann endgültig endete. Das gleiche wiederholten wir auf der Halbinsel Årstein wo die Strasse am Meer bei einem Gärtnereibetrieb endete. Nun hatten wir genug von Nebenstrassen und fuhren von Digermulen wieder zurück auf die E10 von da über Lødingen nach Narvik. Da der Hausberg „Narvikfjellet“ vom Nebel verhüllt war fuhren wir bei der Talstation der Bergbahn vorbei bis zum Wasserkraftwerk, wo man eine schöne Aussicht auf die Stadt hat. Am Hafen von Narvik wird seit über hundert Jahren das schwedische Eisenerz von Kiruna verladen und in alle Welt verschifft. Den Übernachtungsplatz fanden wir auf einem Stadtparkplatz, in der Nacht regnete es.

Sa, 02.07.2011 / Narvik – Bodø (330 km)
Am Vormittag hörte es auf zu regnen, wir steuerten das Museum Nord an, aber es war geschlossen obwohl gem. Öffnungszeiten offen sein sollte. Das gleiche dann bei der Information beim Bahnhof. Also blieb noch das Kriegserinnerungsmuseum am Torgsvingen 15, aber diese Adresse findet das Tomtom nicht. Noch lange zu suchen hatte wir keine Lust und so fuhren wir weiter die E6 bis Skarberget, dort endet die Strasse am Tysfjorden. Mit der Fähre setzten wir nach Bognes über und dann ging es durch viele Tunnels bis Fauske. Von da an weiter auf der Rv 80 bis Bodø unserem heutigen Tagesziel. Je mehr wir uns Bodø näherten, wurde das Wetter immer schöner. An der Nordwestküste an der Strasse Fv 834 fanden wir am Landegodefjorden ein schöner Übernachtungsplatz wo wir mit einem holländischen Ehepaar wieder einmal eine wunderbare Mitternachtssonne geniessen konnten.

So, 03.07.2011 / Bodø – Saltstraumen (51 km)
Heute war wieder ein genialer Morgen, ohne eine einzige Wolke am Himmel. Gegen Mittag hatten wir die Touristeninformation in Bodø aufgesucht um die Gezeitentabelle für den Saltstraumen zu holen und stellten fest, dass die Flut heute bereits um 13.25 Uhr am stärksten ist. Also nichts wie hin um den stärksten Gezeitenstrom der Welt anzuschauen. Es war sehr eindrücklich wie sich da alle 6 Stunden fast 400 Mio Kubikmeter Wasser durch die rund 3 Kilometer lange und 150 Meter breite Passage durchzwängt. An diesem Ufer fanden wir wieder einen schönen Rastplatz wo man Fischen und auch gleich Übernachten konnte. Hm… Fischen, ja wir versuchten es nochmals, diesmal mit den mitgebrachten Angelruten. Nach ca. 1 Stunde hatte ich dann auch tatsächlich einen Lachs an der Angel, kurz darauf war mir ein Zweiter entglitten, typisch Anfänger. Um 19.30 Uhr war begann die Ebbe, also die 400 Mio Kubikmeter Wasser flossen in die Gegenrichtung wieder aufs offene Meer hinaus. Gegen elf Uhr hatten wir nochmals einen Angelversuch gemacht und zwei schöne Lachse gefangen und genossen den schönen Abend bis 2.30 Uhr.

Mo, 04.07.2011 / Saltstraumen – Storvika (75 km)
Ein Deutscher Angler hatte heute Morgen zu viele Fische gefangen und da fragte uns seine Frau ob wir welche haben möchten. Natürlich hatten wir das Angebot angenommen, und so mussten noch vier Fische filetiert werden, ehe wir am späteren Nachmittag die Weiterfahrt in Angriff nahmen. Über Berg und Tal und etlichen Tunnels ging es auf der Fv17 südwärts bis nach Storvika am Fugløyfjorden, wo wir ein paar Kilometer vor Reipä auf dieser Reise wohl ein letztes Mal eine schöne Mitternachtssonne erwarten durften. Wir wurden nicht enttäuscht und genossen die schöne Stimmung mit zwei jungen Männern vom Mutschellen (AG) und einem Zelt-Camper aus Oslo noch bis 2.30 Uhr.

Di, 05.07.2011 / Storvika – Hellåga (174 km)
Heute Mittag war es wieder bewölkt als wir losfuhren. Bei Glomfjord wieder ein Tunnel bergwärts dann gleich anschliessend ein über sechs Kilometer langer Tunnel mit Gefälle bis an den Holandsfjorden hinunter. Von da sieht man den Ausläufer Engenbreen des zweitgrössten Gletschers (370 km²) von Norwegen, den „Svartisen“. Weiter ging es nach Forøy um mit der Fähre nach Ågskardet überzusetzen. Von hier aus nahmen wir den weiteren Weg um die Halbinsel und mussten nach kurzer Zeit feststellen, dass die weiteren 10 Kilometer wohl nur auf Naturstrasse zu bewältigen waren. Aber die mühsame Fahrt lohnte sich, denn wir sahen zwischen Djupdal und Vågaholmen den ersten Elch auf unserer Reise. Er lag im Gras und stand erst auf als wir ihn längere Zeit beobachteten und natürlich fotografierten. Von Vägaholmen führt dann wieder eine asphaltierte Strasse (Fv831) zurück auf die Fv17. Und siehe da, wir sahen einen zweiten Elch, genauer gesagt eine Elchkuh mit ihrem Jungen. Also wieder anhalten, zurücksetzen und schon rannten sie in den Wald, für ein Foto reichte es aber noch knapp. Dann folgte wieder eine stündige Fährüberfahrt von Jektvik nach Kilboghamn, wo wir auf dem Melfjorden wieder den Polarkreis nach Süden überquerten. Wir fuhren dann noch weiter bis zum schönen Rastplatz Helläga, ca. 57 km vor Mo i Rana.

2011 Rv17

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2011 Rv17


Mi, 06.07.2011 / Hellåga – Torghatten (184 km)
Bei schönstem Wetter fuhren wir am frühen Nachmittag um den Sjonafjorden. Bei Utskarpen könnte man einen Abstecher nach Mo i Rana (35km) machen, aber wir folgten unserer Fv17 über eine Anhöhe mit genialer Aussicht. Schon kam die Fähre Nesna-Levang (25 Min.), dann 71 km abwechslungsreiche Fahrt über die Orte Leland und auf einer imposanten Brücke nach Sandnessjøen. Kurz vor Alstahaug überquerte ein junger Elchbulle die Strasse, für eine Nahaufnahme reichte es aber nicht. Die nächste Fährüberfahrt Tjøtta-Forvik (1 Std.) brachte uns in die Kommune Vevelstad. Diese Fährverbindung machte insgesamt drei Zwischenhalte um auf den kleinen Inseln einzelne Autos auszuladen und auch mitzunehmen. Das Strassenstück auf Vevelstad betrug nur 17 km und schon war die nächste Fährüberfahrt Andalsvägen-Horn (20 Min.) fällig. Bei Brønnøysund nahmen wir die Fv76 um auf die Insel mit dem berühmten Loch im Berg den Torghatten zu gelangen. Wir übernachteten ca. 3 km ausserhalb Ytre Torget, natürlich wieder nur auf einer Naturstrasse erreichbar aber mit Meerblick.

Do, 07.07.2011 / Torghatten – Vik (Sømna) (69 km)
Heute war die Besichtigung des Torghatten angesagt. Nach einer kurzen Wanderung von max. 30 Minuten erreichten wir das sagenumwobene Loch, das wie ein Tunnel quer durch den Berg geht. Die Länge beträgt 160m, Höhe 35m, Breite 15-20m. Auf der Rückfahrt nach Brønnøysund bestaunten wir nochmals die Inselverbindung mit der gewaltigen Brücke mit einer integrierten 90° Kurve. Das Städtchen mit ca. 5000 Einwohner verfügt über eine Anlegestelle der Hurtigrute und einen Flughafen. In der Nähe von Vik/Sømna peilten wir den kleinen Camping „Bjørnvika Natursenter“ an, www.bjornvika.com. Hier reisen anscheinend viele Deutsche an, mit dem Ziel möglichst viel zu Angeln. Der Campingbetreiber stellt dafür extra eine Fischhütte zum Ausnehmen inkl. Gefriergrossraum mit 25m² und Boote zur Verfügung. Heute genossen wir bis jetzt den wärmsten Tag mit rund 25°C, aber am Abend zogen Wolken auf und es fing an zu regnen.

Fr, 08.07.2011 / Vik (Sømna) – Namsos (232 km)
Den Vormittag genossen wir bei schönem Wetter auf dem Campingplatz. Trotz aufziehenden Wolken entschlossen wir uns am späteren Nachmittag weiterzufahren. Nach ein paar Kilometer stand die Fährüberfahrt Vennesund-Holm an. Schon bald bogen wir auf die Fv771ab und nach weiteren 50 km folgten wir bei zeitweise strömendem Regen auf der Rv770 bis ins Städtchen Rørvik auf die Inselgruppe Vikna. Dort befindet sich im Hafengebiet der neue und sehr spezielle Bau wo das Küstenkulturzentrum Norveg und ein Museum untergebracht ist. Das Wetter wurde immer schlechter und wir fuhren wieder über Brücken aufs Festland zurück und auf der Fv769 bis an die nächste Fähre Høfles-Lund. Bei Namsos fanden wir keinen Stellplatz und in Spillum hat das Sägewerkmuseum am Wochenende nicht geöffnet und so fuhren wir ca. 30 km weiter und fanden einen schönen Rastplatz am Fjord Løgnin kurz vor Sjøäsen.

Sa, 09.07.2011 / Namsos – Kristiansund (385 km)
Kurz nach dem Rastplatz verliessen wir die Fv17 und folgten 130 km der Fv715, einer sehr abwechslungsreichen und schönen Strecke, und dann der Fv710 bis zur Fährüberfahrt Brekstad-Valset und weiter bis Orkanger. Von da an teilweise bei starkem Regen auf der E39 von der Fähre Halsa-Kanestraum unterbrochen bis zum Abzweiger Rv70 wo ein mautpflichtiger Unterwassertunnel (5.1 km) auf die Insel nach Kristiansund führt. Hier übernachteten wir an einem kleinen Hafen am Stadtrand und genossen den schönen langen Sonnenuntergang.

So, 10.07.2011 / Kristiansund – Trollstigen (204 km)
In der Nacht und am Morgen regnete es wieder. Als es am Nachmittag ein wenig aufhellte fuhren wir Richtung Atlanikstrasse (Rv64) los, zuerst durch den 5.7 km langen Unterwassertunnel (10% Gefälle/Steigung) und dann auf den nächsten 8 km über 8 Brückenverbindungen zu den Schäereninseln bis und dann auf der Fv235 bis zum Fischerdorf Bud. Auf dieser Strecke gibt es sehr viele und schöne Rast- und Angelplätze. Die Weiterfahrt erfolgte über die Rv 64, bei Molde wieder ein Unterwassertunnel (gebührenfrei), dann wieder eine Fährüberfahrt Sølsnes-Åfarnes nach Andalsnes. Hier auf der Rv63 beginnt die Anfahrt der nationalen Touristenstrasse zum Trollstigen, über 11 Serpentinen zu den imposanten Aussichtsplattformen auf 858m.ü.M. Zum Übernachten fuhren wir weiter bis zum Naturdenkmal Gudbrandsjuvet in Valldal.

Mo, 11.07.2011 / Trollstigen – Geiranger (48 km)
Nach dem Morgenbrunch besichtigten wir zuerst Gudbrandsjuvet mit seiner 5m breiten und 20m tiefen Schlucht, auch hier mit spez. Fussgängerbrücken aus Stahl und einem architektonisch interessanten neuen Gebäude wo ein Café und die WC-Anlagen untergebracht sind. Auf der Weiterfahrt nach Valldal mussten wir uns bei einem der vielen Erdbeerverkaufsstände mit frischen Erdbeeren eindecken. In Valldal entschieden wir uns die Fähre Linge-Eidsdal zu nehmen und wegen des unsicheren Wetters wegen auf die Fjordfahrt direkt nach Geiranger zu verzichten. Von Eidsdal gings auf der „Adlerstrasse“ recht rasant mit vielen Haarnadelkurven auf eine Hochebene mit einem kleinen See und bald folgte der höchste Punkt auf 620m.ü.M. Auf der Abfahrt wurde in der Adlerkurve eine schöne Aussichtplattform mit Blick über Geiranger und den Fjord erstellt, von hier sieht man auch die Wasserfälle „Die sieben Schwestern“. Am Abend gingen wir in ein kleines rustikales Restaurant Essen und übernachteten dann am linken Ufer des Fjordes.

2011 Geiranger
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2011 Geiranger


Di, 12.07.2011 / Geiranger – Luster (299 km)
In der Nacht und den ganzen Vormittag regnete es stark, also hatten wir genügend Zeit um den regen Schiffsverkehr zu beobachten. Zeitweise waren zwei grosse und zwei kleinere Kreuzfahrtschiffe, eine Hurtigrute, die Autofähre und Ausflugsschiffe in der kleinen Bucht vor Geiranger. Am Nachmittag hellte es ein wenig auf und wir steuerten den Aussichtspunkt Flydalsjuvet, dann das Norsk Fjordsenter oberhalb Geiranger an. Aber weil die Ausflüge der Kreuzfahrtschiffe dasselbe Ziel hatten war uns der Rummel zu gross und unser Aufenthalt beschränkte sich auf eine Kurzbesichtigung. Die Passstrasse 63 führt dann bis auf 1030m.ü.M. hinauf, von da könnte man auf einer gebührenpflichtigen Strasse noch bis auf 1500m.ü.M. auf den Berggipfel Dalsnibba fahren. Weil aber alles wolkenverhangen war entschlossen wir weiter nach Grotli hinunter zu fahren um über die 258 (die ersten 18km auf Naturstrasse) auf der 15 wieder bis 1100m.ü.M. hinauf zum Strynefiellet und dann nach Stryn hinunter an den Innvikfjorden zu gelangen. Zwischen Stryn und Utvik ist die Strasse (Rv60) teilweise sehr eng, vor allem wenn Lastwagen entgegenkommen. Von da ging es zunächst über das Utvikfjellet (600m.ü.M.) bis Byrkjelo und dann auf die E39 mit vielen Tunnels bis nach Sogndal. Auf diesem Streckenabschnitt sieht man einen Ausläufer des grössten Gletschers auf europäischem Festland, den Jostedalsbreen (487 km²). Ab Sogndal folgten wir der Strasse 55 in Richtung Lom und übernachteten 3 km vor Luster am Sognefjorden, der als längster Fjord (204km) der Welt gilt.

Mi, 13.07.2011 / Luster – Halden (608 km)
Gegen Mittag verliessen wir diesen schönen Platz in Luster um als erstes die sehenswerte Route 55 über den Sognefjellet nach Lom zu fahren. Der höchste Punkt liegt auf 1430 m.ü.M. und die Gletscher sieht man von ganz nah. Kurz vor Lom sahen wir wieder einmal einen kapitalen Elch, hielten an und versuchten uns ihm zu nähern, aber auf näher als ca. 100m liess er uns nicht heran und er verzog sich wieder im Wald. Im schmucken Ort Lom besichtigten wir die Stabkirche, deren Ursprung bis auf 1158 zurück geht. Im Gegensatz zu vielen anderen Stabkirchen in Norwegen ist diese Kirche heute noch die Hauptkirche der Gemeinde. Mit dem stolzen Eintrittspreis von 50.-NOK (Fr. 8.-) pro Person, Blitzfotos sind keine erlaubt, wird da auch schön Geld mit den Touristen gemacht. Die Weiterreise erfolgte über die 15 bis Otta, dann auf der E6 nach Lillehammer wo wir die Olympiaschanze besichtigten. Von da auf der 213 nach Moelv und dann wieder auf die E6 über Oslo bis zur schwedischen Grenze nach Halden (Ankunft 01.30 Uhr!).

Do, 14.07.2011 / Halden – Malmö (466 km)
Wir hatten auf dem Parkplatz der Burg Fredriksten übernachtet. Diese grosse Burganlage besichtigten wir heute Nachmittag und stellten schnell fest, dass eine gründliche Besichtigung mindestens einen halben Tag beanspruchen würde. Danach fuhren auf der Fv22 bis Vassbotten wo wir die Grenze nach Schweden passierten. Nach weiteren 50 km fuhren wir bei Bärby auf die Autobahn E6 und erreichten über Göteborg – Varberg – Halmstad – Helsingborg gegen 23 Uhr bei strömenden Regen Malmö. Beim Fährhafen übernachteten wir.

2011 Lillehammer-Immensee

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2011 Lillehammer-Immensee


Fr, 15.07.2011 / Malmö – Stuttgart (714 km)
Heute morgen stand zunächst die 9-stündige Fährüberfahrt Malmö-Travemünde auf dem Programm. Auf der Fähre ruhten wir uns zwischen dem Frühstücks- und Abendbuffett für die Weiterfahrt am Abend aus. Pünktlich um 19 Uhr erreichten wir Travemünde und wir fuhren noch 700 km bis wir uns spät in der Nacht in der Nähe von Stuttgart auf einem Autohof zur Ruhe legten.

Sa, 16.07.2011 / Stuttgart – Immensee (372 km)
Erst am Mittag erwacht, etwas gegessen und dann auf Nebenstrassen bis Rottweil gefahren. Bei Hochwald genossen wir in einem Restaurant ein Riesenschnitzel und fuhren dann über Villingen – Schaffhausen ohne Halt nach Hause, Ankunft 22 Uhr.

Eindrücke unserer 1. Skandinavienreise (überwiegend Nord-Norwegen)
Diese Reise hat alle unsere Erwartungen und Vorstellungen übertroffen. Die abwechselne Landschaft, die blauen Küsten und Seen, die langen und einsamen Streckenabschnitte, viele schöne Mitternachtssonnenerlebnisse und gastgreundlichen Einwohner haben uns sehr gefallen. Vor allem hat uns die unglaubliche Dichte an Infrastruktur für die Reisenden beindruckt, sogar im hohen Norden hat es sehr viele Rastplätze die mit Infotafeln, Tische, Bänke und behindertengerechten Toiletten ausgestattet sind. Freie (wilde) Übernachtungsplätze findet man problemlos auch an traumhaft schönen Orten. Die Campingplätze verfügen vielfach auch über Gemeinschaftsküchen und Aufenthaltsräume. Öffentliche V+E Stationen gibt es in jedem grösseren Ort, meistens sogar gratis. Dagegen sind die Preise für die Verpflegung hoch, nicht nur Alkohol, sondern auch die meisten Grundnahrungsmittel sind über dem Schweizerniveau. Auch Diesel ist gegenüber der Schweiz um ca. 10% teurer. Sehr viele Ortschaften verfügen über Touristinfobüros und man kann sich mit ausführlichem Inormationsmaterial eindecken. Aber aufgepasst, im touristischen Bereich sind die Norweger wahre Vermarktungskünstler. Sie finden meist für jedes alte Gebäude, Steinhaufen, Aussichtspunkt, Kriegerdenkmal, Ort, usw. einen Grund um es speziell, einzigartig, usw. anzupreisen weil es das grösste, kleinste, älteste, nördlichste, westlichste, usw. des Landes, Region, Gemeinde, usw. sein soll. In fast jedem noch so kleinen Ort gibt es mindestens ein “einzigartiges” Museum, viele entpuppen sich als Geräteschuppen oder Gerümpelkammern, andere dagegen sind sehr sauber mit vielen Informationstafeln (meistens mehrsprachig, auch in deutsch) wo man sich dann stundenlang verweilen kann. Das Wetter in Norwegen wechselt manchmal so schnell, dass man kaum mit dem ein- und ausschalten des Scheibenwischers nachkommt. Da aber in Nordnorwegen die Sonne nicht unter geht, kann man sich den Tag nach dem Wetter einrichten. So sind wir vielfach erst am späteren Nachmittag weitergefahren, weil dann das Wetter an der Küste besser wurde. Die Temperaturen kletterten nie über die 20°C, darum eignet sich Nord-Norwegen kaum für klassische Badeferien. Zum Glück gehören wir nicht zu diesen hitzbedürftigen Menschen.

Eckdaten:
– 36 Reisetage, davon 23 Tage über dem Polarkreis (die Sonne ging nie unter)
– Gefahrene Kilometer: 10’098 km, 1038 l Diesel, reine Fahrzeit ca. 160 Std.
– 15 innernorwegische Fähren (7 Std.)
– 2 internationale Fähren: Travemünde-Helsinki (29 Std.) + Malmö Travemünde (9 Std.)
– 4 traumhafte Mitternachtssonnenerlebnisse
– 4 Elche und hunderte von Rentieren gesehen
– 1 Walsafari mitgemacht

Fazit: Trotz langer Anreise, wir kommen wieder um auch Südnorwegen kennen zu lernen.

2011 Nordkap

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